Vom 6. - 9. August 1998
fand die größte Flugschau
Deutschlands, Österreichs und der Schweiz der IBAS 98 (Internationale Bodensee
Airshow) auf dem Flugplatz St. Gallen - Altenrhein statt.
Bei schönstem Sommerwetter erfüllten sich die Erwartungen der Veranstalter mit
weit über 100000 Besucher. Viele davon kamen direkt mit dem Zug, hatte man doch
für dieses Großereignis extra, direkt neben dem Flugplatzgelände liegend, auf
der Bahnlinie Staad - Rheineck, einen Airshow - Bahnhof gebaut.
Es wurden keine Mühen gescheut
um über 100 "echte" Flugzeuge aus den vergangenen 70 Jahren in
Altenrhein im Flug vorzuführen:
Darunter auch die besten Kunstflugteams Europas: Die englische Royal Air Force
mit neun Hawk-Jets der "Red
Arrows", die italienische Luftwaffe mit zehn MB-339 der Frecce
Tricolori, und als drittes Team die "Hausherren" das "Patrouille
Suisse" Team mit 6 F-5 Tigern.
Wir, der Modellflugverein Thal, hatte die Ehre an dieser Grossveranstaltung, das
zuvor in vielen Stunden mühvoller Arbeit entstandene Modell (M 1:8), die DO-X
vorzuführen.
1928 war Altenrhein Zentrum einer
unglaublichen technischen Entwicklung. Ein Ort, an dem Menschen mit großartigen
Ideen und Visionen einen gigantischen Traum realisierten. Fast wie auf Cape
Kennedy im Apollo-Programm. Die Dornier-Werke unternahmen gegen Ende der
zwanziger Jahre einen derartigen Technologieschritt, der durchaus mit Flügen
zum Mond vergleichbar ist: Den Bau der Dornier DO-X.
Am 19. Dezember 1927 begann in der heute noch existenten Halle in Altenrhein der
Bau der DO-X, nachdem in der Luftschiffhalle Friedrichshafen eine Holzattrappe
im Maßstab 1:1 zur Verfügung stand. In nur eineinhalb Jahren entsteht dann das
erste Großraum-Verkehrsflugzeug. Am 12. Juli 1929 ist es soweit: Die DO-X hebt
zum ersten Mal vom Bodensee ab. Beim 70. Erprobungsflug am 21. Oktober 1929
gehen 169 Personen an Bord. So erleben die Werksangehörigen einen 40minütigen
Bodenseerundflug, die meisten fliegen zum ersten Mal. Dieser Rekordflug bewies
eindrucksvoll die enorme Beförderungskapazität der DO X.
Nur gerade drei Dornier DO-X wurden gebaut. Die D-1929, welche durch ihre
Langstreckenflüge weltweiten Ruhm erlangt und zwei Maschinen für Italien. Über
ihr Schicksal liegen keine konkreten Informationen vor. Vermutlich wurden sie
nach nur wenigen Einsatzjahren verschrottet. Die D-1929 flog 1934 nach Berlin,
um permanent im Deutschen Technikmuseum am Lehrter Bahnhof ausgestellt zu
werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie durch Bombenangriffe zerstört.
Am Donnerstag, 6. August 1998 erfolgte die Einweihung des Dornier-Denkmals auf
dem Altenrheiner Flugplatz.
Als einer der Höhepunkte wird an
der IBAS'98 das Riesenmodell der Dornier DO-X im Maßstab 1:8 vorgeflogen. In
der Bootswerft Rapp in Burlet (Thal SG), direkt neben dem Flugplatz St.
Gallen-Altenrhein, ist eines der größten Modellflugzeuge, das je gebaut wurde,
entstanden. Die Mitglieder der Modellfluggruppe Thal SG opfern ihre gesamte
Freizeit inklusive Sommerferien, damit ihr "Riesenbaby", die DO-X mit
sechs Metern Spannweite (Maßstab 1:8), rechtzeitig vom Bodensee abhebt. Mit
einer Spannweite und Länge von je sechs Metern gleicht es einem Kleinflugzeug.
Die Modellfluggruppe Thal hat die DO-X aufgrund von Originalplänen hergestellt.
Im Gegensatz zum Original aus
Leichtmetall wurde das Modell aus Holz, Glas- und Kohlefasern gefertigt. Also
aus Materialien, die auch im modernen Flugzeugbau verwendet werden. Die
originale DO-X wog leer 28 Tonnen. Das achtmal kleinere Modell bringt gute 50
Kilo auf die Waage. "Wir haben in die sechs Motorengondeln je einen 23cm³-Motor
eingesetzt", erklärt Christian Fitze. Als Obmann der Modellfluggruppe Thal
ist er Projektverantwortlicher. Seit 30 Jahren baut er Flugmodelle. Doch die
DO-X übertrumpft alles Bisherige. Rund 3'500 Stunden Arbeit (2500 ursprünglich
geschätzt) haben die zwölf erfahrenen Modellbauer geleistet, um die DO-X
fertig zu bauen.
240000 Arbeitsstunden dauerte es, bis am 12. Juli 1929 die echte DO-X auf dem
Bodensee abhob.
Die wichtigste Hürde, die Flugbewilligung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt,
ist genommen.
Auch die sechs 23 cm³ - Motoren laufen inzwischen auf dem Teststand
einwandfrei, so dass sie das DO-X - Modell mit seinem erwartenden Abfluggewicht
von 70 bis 90 Kilo in die Luft bringen werden.
Fast an gleicher Stelle wie das
Original startet das Modell mit seinen 6 "brummenden Motoren" auf
einer eigens abgesperrten "ruhigen" Seefläche. Die DO-X nimmt schnell
Fahrt auf und erhebt sich "gemächlich" von 2-"RC-Piloten"
(Rainer und Christian) gesteuert in die Lüfte. Um eine ausreichende Sicherheitshöhe zu erreichen
werden einige Kurven geflogen. Dann fliegt die DO X geradewegs zum etwa 1 km
liegende Fluggelände; wo sie unter dem Applaus vom über 100.000 Zuschauern
Geschichte anschaulich macht!
Nach einem sehr ruhigen Vorbeiflug geht es wieder zurück zur Wasserungsstelle.
Dann die Landung: nicht so einfach bei einer so hohen Masse; ein etwas zu
steiler Anflug, ein kleiner Hüpfer und die Erde hat Sie wieder, die
Altenrheiner "Modell" DO-X.
Grieder, 50
Jahre Do X
Pletschacher, Grossflugschiff Dornier Do X
Wachtel, Claude Dornier - Ein Leben für die Luftfahrt
Regnat, Vom Original zum Modell: Dornier Do X
Technische
Daten des Originals Do-X 1 :

Modellbeschreibung
Do-X1 :
++
Modell ++ Maßstab 1:8 ++ Abflugmasse 95kg ++

Flugboot Do-X1 beim Internationalen
Wasserflugzeugtreffen
Berlin/Wannsee 1998
Anmerkung:
Das Flugboot Do-X1 im Maßstab 1:8 wurde erstmals der Öffentlichkeit
auf der BODENSEE-AIRSHOW am Flugplatz St.Gallen-Altenrhein (IBAS Aug.1998)
im Wasser und im Flug vorgestellt !